Anonim
Mr.Whiskey / Shutterstock
  • Das deutsche Bundeskartellamt hatte mehrere Monate lang die Vereinbarung über Unternehmensdienstleistungen von Amazon untersucht.
  • Nach den neuen Regeln erhalten Verkäufer eine Frist von 30 Tagen und einen Grund für die Entfernung.
  • Diese letzte Reihe von Änderungen auf der massiven E-Commerce-Website wird erst nach weiteren 30 Tagen wirksam.

Nachdem sich Amazon in den vergangenen Monaten in Deutschland unter dem wachsamen Auge der Kartellbehörden befunden hatte, hat es sich bereit erklärt, neue Regeln für Drittverkäufer zu erlassen, die laut offiziellen Angaben fairer gegenüber Händlern sind.

Der massive Online-Einzelhändler hat heute bereits angekündigt, dass er seinen Business-Services-Vertrag an die bestehenden europäischen Richtlinien anpassen wird. Im Gegenzug stellte das Bundeskartellamt die Untersuchung des Unternehmens ein.

"Wir haben weitreichende Verbesserungen für Einzelhändler auf den Marktplätzen von Amazon erzielt", sagte Andreas Mundt, Leiter des Kartellamts, in einer Erklärung. "Wir lassen unsere Ermittlungen fallen."

Nach Einschätzung von Amazon sind 300.000 Verkäufer auf ihrer deutschen Website sofort betroffen. Während sich diese Änderungen größtenteils auf die deutsche Seite konzentrieren, sagten Beamte, dass sie auch Händler in Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sowie weltweite Seiten in Amerika und Asien betreffen werden.

Das Abkommen mit Deutschland hat zwar den Druck auf Amazon gelindert, ihn aber nicht vollständig beendet. Nur wenige Stunden nach der Einstellung des deutschen Verfahrens gaben die Ermittler der Europäischen Union bekannt, dass sie ihre eigenen Ermittlungen zur Verwendung der Daten von Drittanbietern durch Amazon einleiten.

Willkommene Änderungen für Drittanbieter

Während Drittanbieter ungefähr 58% des physischen Warenumsatzes von Amazon ausmachen, hat die Plattform-Community aus kleinen Unternehmen und Händlern in letzter Zeit Schwierigkeiten erlebt. Neben Fällen, in denen Läden plötzlich von der Amazon-Website gestrichen wurden, mussten sich auch Drittanbieter mit einem Anstieg gefälschter Produkte und Betrügereien auseinandersetzen.

Nach den neuen Regeln für Verkäufer von Drittanbietern gibt Amazon Verkäufern jetzt eine Frist von 30 Tagen und einen formellen Grund für das Entfernen eines Verkäufers. Zuvor konnten die Geschäfte zu diesem Zeitpunkt ohne ersichtlichen Grund geschlossen werden.

Außerdem können europäische Händler unter bestimmten Umständen Amazon in ihrem eigenen Land verklagen. Während dies nicht wie eine große Konzession von Amazon erscheinen mag, war Luxemburg das einzige Land, in dem ein Rechtsstreit gegen den Einzelhändler zulässig war. Drittanbieter können auch Entscheidungen von Amazon in Bezug auf Rücksendungen und Rückerstattungen anfechten.

Amazon wird auch neue Regeln für Produktbeschreibungen bereitstellen, das Verständnis der Nutzungsbedingungen erleichtern und Kundenbewertungen fairer gestalten. Die neuen Regeln werden es Verkäufern ermöglichen, offener über Amazon zu sprechen, da zuvor Vertraulichkeitsanforderungen bestanden hatten.